CDU Kreisverband Rems-Murr
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Neuigkeiten
21.06.2017, 00:50 Uhr | Volker Simon, CDU Rems-Murr
„Mit Neugier Zukunft gestalten“
Bürgerempfang mit ESA-Chef Wörner in Weinstadt
Oettinger, Teltschik, Ischinger: Die Redner der vergangenen Jahre beim traditionellen Bürgerempfang des CDU-Kreisverbanders Rems-Murr haben die großen Linien in der Außenpolitik aufgezeigt. Prof. Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, ist es in einem kurzweiligen Impulsvortrag gelungen, die gesellschaftliche und politische Dimension der Luft- und Raumfahrt sehr anschaulich darzustellen.
Weinstadt - „Die Luft- und Raumfahrttechnik hat einen täglichen Bezug zu unserem Leben und ist eine der Schlüsseltechnologien“, betonte der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Joachim Pfeiffer MdB bei der Veranstaltung im Stiftskeller in Weinstadt-Beutelsbach. Der CDU-Landtagsabgeordnete Claus Paal ergänzte, welche wirtschaftliche Bedeutung der Luft- und Raumfahrt im Kreis, der Region und im Land habe. So hätten 60 % aller Absolventen in Studiengängen der Luft- und Raumfahrt in Stuttgart studiert.

Prof. Johann-Dietrich Wörner sieht sich in seiner Funktion als ein Mittler zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, wohlwissend, dass sich Raumfahrtprojekte „nicht in einer Wahlperiode“ umsetzen lassen. Der Generaldirektor lenkt das Raumschiff der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit den 22 Mitgliedsstaaten auf Kurs Space 4.0. Seine Mission: Zukunft auch in einem auseinanderdriftenden Europa möglich machen. Nur im europäischen Verbund könnten relevante Technologien in der Raumfahrt entwickelt und angewendet werden, ohne in Abhängigkeit der Raumfahrt-Großmächte zu geraten.

Dies bedeute im Wettstreit von mittlerweile 70 Weltraumnationen die Raumfahrt sehr anwendungsbezogen, kosteneffizient und in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu betreiben. Neben der Telekommunikation sieht er wichtige Handlungsfelder in der Gesundheitsvorsorge, der Beobachtung und der Vorhersage von Naturkatastrophen und umweltschädlichen Emissionen, von terroristischen Gefahren und von Flüchtlingsbewegungen.

Dennoch sei die menschliche Neugier noch immer der wichtigste Treibstoff, die Zukunft zu gestalten. Deshalb seien Projekte wie die Mars-Expedition trotz der aufgetretenen Probleme bei der Landung als erfolgreich zu bewerten. Noch immer seien 96 % des Universums nicht bekannt, Themen wie dunkle Energie und dunkle Materie nahezu unerforscht. Ganz Wissenschaftler meint er dazu: „Ich kann nicht sagen, was rauskommt, das macht es aber so spannend.“

Der ESA-Chef ist aber so geerdet, dass er auch um die Dringlichkeit der naheliegenden Aufgaben und die Beschaffung von Fördermitteln weiß. Die Beseitigung oder die technische Ertüchtigung des sogenannten Weltraumschrotts ist für ihn eine der drängendsten Aufgaben.